OData - das Datenprotokoll der modernen SAP-
Architektur

Wer heute über moderne SAP-Entwicklung spricht, kommt an OData nicht vorbei. Während ABAP die Programmlogik im Backend definiert, fungiert OData als wichtige Brücke zur Außenwelt. 

  1. Was ist OData eigentlich?

OData (Open Data Protocol) ist ein auf REST-Prinzipien basierender internationaler Standard für den Datenaustausch. Im Gegensatz zu einfachem REST bietet OData jedoch eine standardisierte Syntax

  • Uniformität: Anstatt für jede API eigene Filter-Logik zu bauen, nutzt man Standards wie $filter, $select oder $expand.
  • Selbstbeschreibend: Über den Aufruf von Metadaten liefert der Service sein gesamtes Datenmodell inklusive technischer Typen mit, ohne Beziehungen der zu Grunde liegenden Tabellen.
  1. OData in Verbindung mit RAP, BTP und klassischen Technologien

Der Einsatz von OData, RAP, BTP und klassischen Technologien unterscheidet sich je nach System:

ECC

In SAP ECC waren OData und auch Fiori ursprünglich keine Kernbestandteile. Klassische Integrationen liefen meist über RFC, BAPI, IDoc oder Web Dynpro. OData kam später über SAP Gateway und die Transaktion SAP Gateway Service Builder hinzu. Das RESTful ABAP Programming Model (RAP) existiert in ECC nicht.

S/4HANA

In SAP S/4HANA On-Premise ist Fiori heute der strategische UI-Standard und OData die zentrale API-Technologie. Gleichzeitig existieren in vielen Systemen noch klassische SEGW-Services parallel zu modernen RAP- und CDS-basierten Entwicklungen. Dadurch entsteht häufig eine Hybridlandschaft aus alter und neuer Architektur.

S/4HANA Cloud

In SAP S/4HANA Cloud ist die Architektur deutlich stärker standardisiert. Fiori, OData und RAP bilden dort praktisch den Standardansatz. Klassische Modifikationen und traditionelle Gateway-Entwicklung spielen kaum noch eine Rolle. Stattdessen stehen Clean Core, released APIs und ABAP Cloud im Mittelpunkt.

BTP

Auf der SAP Business Technology Platform (BTP) gibt es zwei zentrale Entwicklungsmodelle. Im ABAP Environment wird mit RAP und OData gearbeitet — ähnlich wie in modernem S/4HANA. Im CAP-Modell (Cloud Application Programming Model) entstehen cloud-native Anwendungen auf Basis von Node.js oder Java, typischerweise ebenfalls mit Fiori und OData oder REST APIs.

  1. Zukünftige Entwicklungen

Der strategische SAP-Trend geht insgesamt klar in Richtung:

OData als standardisierte API-Schicht,
RAP oder CAP als Entwicklungsmodell,
und Clean Core als Architekturprinzip.

Trotzdem bleiben klassische Technologien wie RFC, BAPI, IDoc und SEGW in vielen realen SAP-Landschaften weiterhin relevant.

4. Fazit

OData ist mehr als nur eine Schnittstelle; es ist das Bindeglied einer dezentralen SAP-Landschaft. Es ermöglicht die Trennung von stabiler Backend-Logik und agiler Frontend-Innovation. Für Entwickler bedeutet das: Einmal lernen, überall anwenden – ob in RAP, CAP oder bei der Anbindung von Drittsystemen. 

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Florian Leue

florian.leue@isacon.com

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